Gute Gusskolben und Schmiedekolben geben sich gar nicht mehr so viel, aber gerade die wenigen Punkte wo ein Schmiedekolben besser ist sind es, welche die Teile für extrem Tuner interessant macht. Das Material ist einen Tick stabiler, vor allem aber ist die Formstabilität bei Erwärmung meist besser, da der Kolbenrohling der geschmiedet wird meist dem Endprodukt schon sehr nahe kommt. Dadurch verlaufen die Gefügefasern im Kolbenboden und Kolbenwänden parallel. Leichter wird er nur dann, wenn er Dünnwandiger wird, was natürlich wiederum auf die Haltbarkeit geht.
Ein viel leichterer Schmiedekolben gegenüber dem Gusskolben, wird am Ende vermutlich nicht haltbarer sein. Also auch hier darf man nicht einfach denken, hey hab jetzt Gusskolben und ab geht es.
Ob man einen Schmiedekolben länger einfahren muss kann ich mir nicht so wirklich vorstellen, wenn die Teile Form stabiler sind müsste eigentlich genau das Gegenteil der Fall sein.
Ich würde auch nur Schmiedekolben verbauen wenn ich entweder einfach die Kohle herumliegen hätte (es also egal ist *g*), oder wenn ich wirklich vor habe dauerhaft Ladedrücke jenseits von 1.2 Bar zu fahren.
Wobei man dann eh bei Null anfängt, denn dann muss man anfangen und quasi alles ändern (Lader, Abgassystem, Gemisch etc.). Wenn es ein normales Straßenfahrzeug sein soll, dann einfach Dampfrad und nur dann mal aufdrehen, wenn man es mal braucht. Wer nicht mit 6500 u/min. bei was weiß ich wie viel Bar die ganze Zeit herum ballert, wird solche Schäden wohl eher selten zu Gesicht bekommen.
Man kann zwar auch innerhalb von wenigen Minuten einen Motor ruinieren, aber die Wahrscheinlichkeit sinkt doch dramatisch.