Kennt jemand hier den Dialog Tester? Den ersten digitalen Fiat Tester mit EPROM-Modulen?

  • Kennt hier noch jemand den Dialog Tester, das Handgerät in das man je nach Testobjekt passende Module in Kassettenform stecken musste?

    Sieht ungefähr so aus:


  • Das Problem ist ja weniger der Modulsatz, sondern die korrekte Zuordnung. Die Module sind ja nutzlos, wenn man nicht weis welches wo für ist. Soweit ich weis gibt es keine komplette Liste die die Verwendung aller Module aufzeigt. Wer den Tester kennt, versteht erst was für ein Segen OBD2 eigentlich ist. Der darauf folgende "Examiner" Tester war zwar irgendwie interessanter, aber extrem langsam und auch nicht viel besser, dafür brauchte er viel Platz und war sau schwer.

    Leider sind die Module des Dialog Testers nicht innen gleich aufgebaut, sondern jedes hat eine andere Platine. Man kann sie also nur mit großem Aufwand kopieren. Was besonders ärgerlich ist, der entscheidende Teil ist in EPROM's gebrannt, die können mit der Zeit Datenfehler bekommen. Dann ist alles vorbei.

    Übrigens geht man davon aus das in den großen, millionenteuren Sammlungen, heute kaum noch ein Fahrzeug, das seine Motoreinspritz- und Zündungsdaten in diesen EPROM Speichern hat, überhaupt anspringen und noch viel weniger fahren kann. Leider trifft das vor allem die ehemalig im Motorsport eingesetzten Ikonen. Nur wenn sie regelmäßig bewegt werden, halten diese Speicher nahezu ewig. Die Abstimmungen, die in wochenlanger Arbeit erstellt wurden, sind dann für immer weg. Heute gibt es kaum noch jemanden der damit umgehen kann, "mal eben neu machen" fällt also aus. Ich habe z.B. einen mobilen Editor und Brenner für EPROM's den Das Alfa DTM Team benutzt hat. Nachdem die Serie zu Ende war, brauchte den keiner mehr. Statt ihn in so ein Auto, das ins Museum ging zu legen, hat man ihn lieber entsorgt.

  • Das Teil war für die damaligen Verhältnisse Raketenwissenschaft, dass die Module sich teilweise von der Platine unterscheiden ist aber wirklich das geringste Problem, wenn es darum ginge diese zu Clonen. Das hängt fast ausschließlich damit zusammen, welche EPROM Typen (z.B. 27C256) verbaut wurden und entsprechend passend ist die Grundplatine (ich kenne min. 3 verschiedene Revisionen) gebaut.

    EPROM Speicher sind nicht flüchtige Speicher die OHNE externe Stromversorgung ihren Zustand halten, dies unabhängig davon ob und wie lange diese ohne Energieversorgung auskommen müssen. Die alten Steuergeräte nutzen die EPROMs nur lesend, sind also nicht wie die Programmer in der Lage in diese EPROMs zu schreiben und können daher auch rein technisch gesehen die EPROMs gar nicht auffrischen. Bei etwas moderneren Steuergeräten kommen dann schon EEPROMs zum Einsatz, welche aber auch meist nicht über einen auffrisch Modus verfügen und daher ebenfalls wie EPROMs einfach irgendwann kaputt sind. Bei NAND Speicher (das was du heute z.B. auf dem USB-Stick oder SSDs hast) ist das was anderes, es ist auch ein nicht flüchtiger Speicher, der ebenso wie ein EPROM über die Ladung in der Zelle den Zustand speichert, hält seinen Zustand jedoch deutlich kürzer als ein EPROM und wird daher automatisch aufgefrischt. Deswegen sollte man USB-Sticks und SSDs nicht als Backup verwenden, wenn diese lange Zeit ohne Stromversorgung bleiben, teilweise sind nämlich je nach NAND Typ bereits nach 2-3 Jahren ohne Strom die Daten korrupt. Im Vergleich dazu ist ein EPROM aber ein Langzeitspeicher, wo man schon alleine wegen der sicheren Speicherung der Daten von garantiert 10-20 Jahren gar kein Aufwand in die Elektronik drumherum steckt, um diese auch noch in gewissen Abständen aufzufrischen (im übrigen bei EPROMs nur sicher möglich, wenn diese zuvor mit UV-Licht gelöscht wurden). Bei Serien Fahrzeugen wäre das meist nicht mal so ein Problem, da es schon einige Datenbanken erstellt von einigen Freaks gibt, die für alle möglichen Fahrzeuge Dumps der orginalen EPROMs haben. Bei verlust von auf dem Prüfstand abgestimmten Kennfeldern, isses natürlich blöd, da man heute vermutlich auch noch ein vielfaches mehr für eine neue Abstimmung zahlen müsste. Daher -> Die einzige Sicherheit ist es, ein Backup vom Inhalts des EPROMs zu haben.

    Die EPROM Brenner als solches sind nichts besonderes, für alte EPROM Typen funzen aber teilweise die "modernen" Brenner nicht ohne weiteres, da diese meist nur für modernere EEPROMs gedacht sind und die "hohen" Brennspannungen nicht packen. Man kann jedoch viele alten ERPOMs durch moderere Pin kompatible EEPROMs ersetzen. Hab ich schon viel bei diversen Amis und auch anderen Steuergeräten der Marke Bosch oder Magneti Marelli usw. gemacht, sogar dann mit Kennfeldumschaltung da man auch EEPROMs mit mehr Speicher nehmen kann und die Speicherbereiche getrennt durch umschalten der Pins ansteuern kann.

    Das erste wirklich defekte EPROM bei einem Steurgeät hatte ich vor 2 Jahren, dies war bei einem Chevrolet Pickup mit Zentraleinspritzung und wohl knapp 33 Jahre alt. Was allerdings gebastelt wude weiß ich nicht, nur dass das EPROM einfach nicht nur leer, sondern tatsächälich defekt war.

  • Das EPROM Problem fing vor gut 20 Jahren an, bei Rennfahrzeugen, vor allem mit der Weber Marelli Einspritzung. Die nutzte schon extrem früh solche nur mit UV löschbaren Speicher. Manchmal hatte man Glück und der Datensatz stand zwei Mal hintereinander drin. Das war vor allem ein Problem mit Fahrzeugen aus Sammlungen, bei regelmäßig genutzten trat es eigentlich nicht auf. Weshalb sich die Sache mit dem "die brauchen ab und an Strom" rumsprach. Kann natürlich auch bei dutzende Male gelöschten EPROM's derRennfahrzeuge gelegen haben, wo Defekt einfach öfter vorkommen.

    Ich hab, bevor ich einen Emulator hatte, auch bei einer Abstimmung eine Handvoll EPROM's beschrieben und später, Zuhause, wieder gelöscht. Später habe ich dann einfach einen billigen Ostrich in meinem Fahrzeug gelassen. Da hing dann eine USB Kabel unter dem Armaturenbrett.

  • Weiß vielleicht jemand wie viele Module es für den Dialogtester gab, bevor der Examiner ihn ersetzte?

    Gibt es eine komplette "Welches ist wofür" Liste?

    Einmal editiert, zuletzt von Rentner Uno (26. August 2026 um 21:56)